Europa

Irische Bauern erzwingen Maßnahmenpaket von 500 Millionen Euro

Bauer McKeown: "Es macht mir nichts aus, Steuern zu zahlen, aber ich verabscheue es wirklich, wenn mein Geld völlig sinnlos ausgegeben wird." Landwirt Sam Hanna: "Wir haben Geld für alles andere – wir können im Ausland Geld ausgeben, .... aber wir können unseren eigenen Leuten nicht helfen."
Irische Bauern erzwingen Maßnahmenpaket von 500 Millionen EuroQuelle: Legion-media.ru © Sergio Delle Verdove

Tagelang legten Bauern und LKW-Fahrer in Irland den Verkehr lahm. Mit landesweiten Blockaden protestierten sie gegen die immer weiter steigenden Spritpreise. Neben den Hauptverbindungsstraßen auf dem Land und in den Städten blockierten die Demonstranten in der Republik Irland fast eine Woche lang auch Tanklager und Autobahnen. In Nordirland erklärten sich die Menschen solidarisch mit den Protesten.

Zu Wochenanfang kündigte die irische Regierung Entlastungsmaßnahmen in Höhe von rund 505 Millionen Euro an. Für die Wirtschaftsbereiche Landwirtschaft, Fischerei und Transport wird die Mehrwertsteuerermäßigung auf Kraftstoffe verlängert. Zudem soll es einen  speziellen Treibstoff-Zuschuss für Landwirte, Fischer und Transporteure geben. Die Verbrauchssteuer auf Diesel und Benzin wird um 10 Cent pro Liter gesenkt. Eine geplante Erhöhung der CO₂-Steuer wird vom Mai auf den Oktober verschoben.

Am Ende zwangen die Proteste die irische Regierung zu einem Entlastungspaket von rund 500 Millionen Euro, berichtete Transition News am Dienstag. Die Maßnahmen und das Einlenken der Regierung seien ein Beleg für die Wirksamkeit des irischen Widerstands.

Die BBC veröffentlichte Aussagen der protestierenden Landwirte. Bauer Stephen McKeown nahm an der Demonstration in Ballygawley teil. Er sei lieber zu Hause bei der Arbeit, erklärte er. Aber es sei an der Zeit, Stellung zu beziehen. Er lehne es ab, so hohe Steuern zu bezahlen, wenn die Regierung diese sinnlos verschleudere:

"Es macht mir nichts aus, Steuern zu zahlen, aber ich verabscheue es wirklich, wenn mein Geld völlig sinnlos ausgegeben wird. [...] Wir haben die Kosten für alles, was es derzeit gibt, satt."

Der Landwirt Sam Hanna gehörte zu den Teilnehmern der Blockade einer Zufahrtsstraße zum Belfast City Airport. Bei den Flugreisenden, wolle er sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigen. Aber die Bauern protestierten auch für normale Bürger.

"Wir tun das für sie. [...] Es geht nicht nur um die Landwirte, sondern auch um die normale Hausfrau, die einkaufen geht und 20 oder 40 Pfund für Diesel oder Benzin in ihr Auto tankt.

Kraftstoff ist eigentlich gar nicht so teuer, wenn man die Steuern abzieht. Wir haben Geld für alles andere – wir können im Ausland Geld ausgeben, wir können Menschen helfen, die in dieses Land kommen, aber wir können unseren eigenen Leuten nicht helfen."

Die BBC zitierte als nächstes Irlands erste Ministerin Michelle O'Neill. Diese kritisierte den britischen Premierminister Keir Starmer in den sozialen Medien:

"Mehr als die Hälfte dessen, was die Menschen an der Tankstelle bezahlen, sind Steuern. [...] Nur die britische Regierung hat die Macht, diese Steuer zu senken, aber Keir Starmer entscheidet sich dafür, nichts zu unternehmen."

Den staatlichen Einsatzkräften sei es beim Umgang mit den Protesten in erster Linie darum gegangen, Beeinträchtigungen im Straßenverkehr zu minimieren. Dazu gab die BBC die Bewertung eines Beamten des Police Service Northern Ireland (Nordirischer Polizeidienst) wieder. Zwar gebe es das Recht auf freie Meinungsäußerung, aber dieses Recht sei eingeschränkt durch die Wahrung der Rechte anderer: 

"Das Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit sind grundlegende Menschenrechte, die gesetzlich geschützt sind und es Einzelpersonen ermöglichen, friedlich zu protestieren. Diese Rechte stehen jedoch im Gleichgewicht mit der Notwendigkeit, die Rechte anderer zu wahren, die öffentliche Gesundheit und Sicherheit zu schützen, Störungen des normalen Lebens zu minimieren sowie Straftaten zu verhindern und aufzudecken."

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